„Steinklänge-Farbklänge“ | Brigitte Siebeneichler & Klaus Fessmann

Im Rahmen der Reihe „Dialoge der Bildenden Kunst und Architektur“ der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste treffen in dieser Ausstellung zwei künstlerische Positionen aufeinander, die sich mit dem Thema Schwingung auf ganz unterschiedliche Weise auseinandersetzen: Die Malerin Brigitte Siebeneichler mit ihrer dynamischen, abstrakten Farbmalerei und der Musiker Prof. Klaus Fessmann, der speziell behandelten Steinen hörbare Klänge entlockt. Die im Frühjahr 2026 (15. April bis 15. Mai) in der Alfred-Kubin-Galerie im Sudetendeutschen Haus in München gezeigte Werkschau wurde von Hansjürgen Gartner kuratiert.
Konzeptionsgedanke: Der Dialog von Klang und Farbe
Das Projekt basiert auf einer synästhetischen Verschmelzung von visueller Kunst und akustischen Welten. Hansjürgen Gartner stellt hierbei die fundamentale Parallele zwischen musikalischen Schwingungen und bildnerischen Rhythmen in den Fokus:
- Steinklänge als Ursprung: Der Stein steht für das Archaische, Zeitlose und scheinbar Unbewegliche, das durch Bearbeitung und Zuwendung in Schwingung gerät und hörbar wird.
- Farbklänge als Resonanz: Die Malerei antwortet auf diese Schwingungen mit lebendigen Farbkompositionen, die emotionale Räume eröffnen.
Die künstlerischen Positionen
Die Ausstellung lebt von der Interaktion zweier einzigartiger Ausdrucksformen:
- Brigitte Siebeneichler (Malerei): Ihre Werke (u. a. Arbeiten wie Spring Time) fangen energetische und farbintensive Bewegungen ein. Die Farbschichten und -strukturen fungieren als visuelle Partituren, die eine innere Musik und Dynamik transportieren.
- Prof. Klaus Fessmann (Klangsteinmusik): Fessmann bringt speziell bearbeitete, massive Steine (oft Granit oder Serpentinit) zum Klingen, indem er die präzise eingeschnittenen Lamellen mit nassen Händen bespielt. Diese einzigartigen, tiefen bis kristallin hohen Obertöne versetzten die Ausstellungsräume in physische Schwingung.
Rahmenprogramm und Vermittlung
Ein zentrales Element von Gartners Kuratierung war die unmittelbare Erlebbarkeit des Konzepts für die Besucher. Im Rahmen von exklusiven Begleitveranstaltungen (wie am 25. April 2026) wurden Künstlerführungen von Brigitte Siebeneichler direkt mit Live-Klangsteinperformances von Klaus Fessmann verknüpft. So konnten die Rezipienten die gegenseitige Beeinflussung von Klang und Farbe in Echtzeit nachvollziehen.
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